Welche Modellflugzeuge gibt es? - Die Klassen

Klasse F1 - Freiflug

Im Freiflug verwirklichte sich der Traum vom Fliegen zuerst und hier hat der Modellflugsport seinen Ursprung. Unabhängig vom Ballast einer Fernsteuerung werden die Modelle auf die Extreme hin entworfen. Saalflugmodelle (Klasse F1D) von 1 Gramm Gewicht fliegen fast eine Stunde lang - ein aufgedrehter Gummifaden gibt seine Kraft an eine Luftschraube ab. Dagegen jagen 750 g schwere Motormodelle senkrecht in den Himmel, gehen nach fünf Sekunden in den Gleitflug über und segeln langsam und majestätisch in der Thermik. Gleich, ob mit Gummi- (Klasse F1B) oder Verbrennungsmotor (Klasse F1C) angetrieben, ob als Segler mit der Hochstartleine (F1A) oder am Hang aus der Hand (Klasse F1E) gestartet, immer geht es um die Flugzeit als entscheidendes Kriterium.

Klasse F2 - Fesselflug

Anhand von 16 bis 21,5 Meter langen Stahllitzen steuert der Pilot mit einem Handgriff sein motorgetriebenes Modell im Kreis. Die bis zu 300 Stundenkilometer schnellen Flitzer verlangen Feingefühl und blitzschnelle Reaktion. Je nach Flugaufgabe (Geschwindigkeit - Klasse F2A, Kunstflug - Klasse F2B, Mannschaftsrennen - Klasse F2C, Fuchsjagd - Klasse F2D oder Scale - Klasse F4B) haben die Fesselflieger ihre ganz speziellen Sportgeräte entwickelt.

Klasse F3 - Fernlenkflug

F3A-Motorkunstflugmodell

Je nach Flugaufgabe werden Flugmodelle mit oder ohne Antrieb von ihren Piloten über eine RC-Anlage durch das Flugprogramm gesteuert. Kunstflug mit Verbrennungs- oder Elektro-Motormodellen (Klassen F3A, F5A) und das FAI-Programm für Modellhubschrauber (Klasse F3C) verlangen einen hohen Trainingsaufwand, präzises Steuern und sehr sicheres Augenmaß. In den Segelflugklassen F3B und F3J entwickeln die Piloten besonderes Gespür für thermische Aufwinde und sensibles Fliegen mit sparsamen Steuerimpulsen. Spitzengeschwindigkeiten von über 150 Stundenkilometern verlangen ein sehr hohes Reaktionsvermögen. Geht es um exakte Wenden bei den F3B-Strecken- und Speedaufgaben mit, müssen sie zusätzlich sehr schnell reagieren - wie die Piloten in der Klasse F5B (elektrogetriebene Segler). Die Klassen F3D und F5D sind reine Rennklassen, in denen Verbrenner- bzw. elektrogetriebene Funktionsmodelle ein vorgeschriebenes Dreieck in kürzester Zeit mehrfach umfliegen müssen. Geschwindigkeiten zwischen 250 und 300 Stundenkilometer bedingen einen kühlen Kopf und Superreaktionen!

Klasse F4 - Vorbildgetreue (Scale)

Ganz anders als in den bisher vorgestellten Klassen messen sich hier vorbildgetreue Flugzeugmodelle im Wettbewerb. Sie müssen in den Abmessungen exakt maßstabsgetreu sein und in den Details, dem Ausbau des Cockpits, der Farbgebung etc. genau dem Vorbild entsprechen. Die vom Piloten selbst zu erbauenden Flugzeugmodelle sollen darüber hinaus in Geschwindigkeit und Flugverhalten dem Original gleichen.

Klasse S - Raketenmodelle

Diese Modellflugklasse ist noch relativ jung. Unter Raketenflugmodellen versteht man freifliegende oder ferngelenkte Flugmodelle bis zu einem Gesamtgewicht von 1000 Gramm, die entgegen der Erdanziehungskraft ohne Ausnutzung aerodynamischer Auftriebskräfte in den Flugraum aufsteigen, vorwiegend aus nichtmetallischen Bauteilen hergestellt sind, durch einen Raketenmotor angetrieben werden und eine Einrichtung besitzen, mit deren Hilfe das Modell so sicher zur Erde zurückkehrt, dass es erneut gestartet werden kann. Erreichte Höhe oder Flugdauer sind die Maßstäbe bei Wettbewerben in dieser Klasse.